Pilzinfektionen

Eine Pilzinfektion der Scheide wird meistens durch Candidaarten (Hefepilze) verursacht und als Vaginalkandidose bezeichnet. Bei gleichzeitigem Befall der kleinen und/oder großen Schamlippen wird von Vulvovaginalkandidose gesprochen. Beim gesunden Menschensind fast immer Candidaarten auf diversen Schleimhäuten wie im Mund, Darm oder Scheide zu finden. Die Pilze benötigen aber einen immunologisch geschwächten Organismus, um zu einer Erkrankung zu führen. Die immunologische Ursache ist bisher aber noch nicht endgültig verstanden, weil meistens Frauen bei bester Gesundheit über Vaginalkandidosen berichten. Entzündlich/infektiöse, allergische und genetische Prozesse sind bereits als immunologische Ursache bekannt. Auch Stress führt zu einer Abwehrschwäche.

Typische Symptome einer Vaginalkandidose sind Juckreiz, Rötung, Schwellung und bröckeliger Ausfluss. Jedoch nicht jede Patientin mit diesen Symptomen hat eine Vaginalkandidose. Es sollte vor einer Eigentherapie die Vorstellung beim Frauenarzt erfolgen, um andere Erkrankungen wie eine Hauterkrankung (z.B. Lichen sclerosus) oder Veränderungen im Sinne einer Tumorerkrankung auszuschliessen. Von einer chronisch rezidivierenden Vulvovaginalkandidose wird gesprochen, wenn mindestens 4 Pilzinfektionen im Jahr auftreten und eine Artbestimmung durch Pilzkultur gesichert wurde. Die Stabilisierung der lokalen Abwehrschwäche in der Scheide kann möglicherweise mit einer Impfung erreicht werden.